Boris w/M.Kurihara Was hätten wohl Karl Heinz Stockhausen und Frank Zappa gemeinsam, wenn beide Japanischer Herkunft wären und auf Deep Purple und Richie Blackmores Rainbow stehen würden. Boris, die Band mit dem Namen nach einem spätachtziger Album der Melvins, verbindet ihre schwermetallenen psychedelischen Ausflüge, traditionell gitarrenlastig, mit den stark rückkoppelnden Gitarrenfiguren des Michio Kurihara, ansonsten bei Ghost, Damon & Naomi und White Heaven. Rainbow ist kein typisches Boris-Album geworden, nach den bombastischen Werken Amplifier Worship, Akuma No Uta und Feedbacker bleibt Rainbow größtenteils ruhig, melodisch, sehr melancholisch, folkig, wie im Song You Laughed Like A Watermark, dessen japanischer Text ich leider nicht verstehen kann, der aber so wehmütig gesungen klingt, als wäre Sänger Takeshi Elvis in Can´t Help Falling In Love. Im Instrumental Sweet No. 1 zeigt sich, warum Ghost nicht auf Michio Kurihara verzichten können, und warum er hier auch für Boris eine Bereicherung darstellt: Die fuzzigen Gitarrenschrapnelle - so schneidend wie ein Santoku Hocho - scheinen ihm mühelos elektrifiziert aus den Handgelenken zu strahlen. Und so klingt Rainbow eher nach den japanischen Ghost, nach deren Meisterwerk Hypnotic Underworld, nach Frank Zappa in Hot Rats, nach Deep Purple in Child In Time und Lazy. :: Boris w/Michio Kurihara: Rainbow - Drag City/Rough Trade
Boris w/Michio Kurihara: Rainbow
| hh 25 May 07 |



