earth : beesIm Zick-Zack der Schlangenlinien kriechend, monochrom, fast wellenförmig und kontemplativ, wie Neil Youngs Vogel mit seinen Flügeln, gemacht aus Stein, erhebt sich molltonlastig und im Breitwandformat der Film um Seattles Non-Stoner Brigade Earth, so auch auf dem neuen Album "The Bees Made Honey In The Lions Skull". Nun, wo die satanischen Verse fehlen, stellt Dylan Carlson mit seinem instrumentalen Trip über 7 Tracks fest, dass es sich aushalten lässt, in der monumental verlangsamten Freischwebe. Jazzer Bill Frisell ist mit dabei, Bassist Don McGreevy braucht seit dem zuletzt erschienen Album Hex! auch hier nicht lange nach komplexen Tonfolgen oder geheimen tonalen Algorithmen zu suchen. Angewärmt wird das quecksilbrig schimmernde Amalgam auf "The Bees Made.." durch Steve Moores Wurlitzer, E-Piano und Hammond Organspiel. "Engine Of Ruin" fällt durch Carlsons getupftes Gitarrensoli angenehm bluesig aus, und über all den düster angehauchten Visionen aus verbrannten Resten Steppengras mit in den Weiten der Prärie holprig gegen den flachen Horizont anrollenden Planwagenzügen thront Cormac McCarthys Anti-West Bibel Blood Meridian, denn Carlson ist wie McCarthy beschwörend auf der eigenen Suche nach dem Geist, der dem Ablauf der Dinge eine rechtmässige Deutung geben will. From strength, sweetness-, lautet die Unterzeile von "The Bees Made Honey In The Lions Skull", und -from darkness, light. Und auf halben Wege durch die glimmende Melancholie von Track no. 6 "Hung From The Moon" könnte man leicht auf den Gedanken kommen, Dylan Carlson hat sich nun endlich angefreundet, mit seinen beiden Flügeln, gemacht aus Stein :: Earth: The Bees Made Honey In The Lions Skull - Southern Lord/Soulfood.
Earth : The Bees Made Honey In The Lions Skull
| pe 04 Feb 08 |



