Jack Rose, Ignatz, Silvester Anfang

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Jack Rose - Ignatz - Silvester Anfang (Photos by rosa ehmann)

 

Ein bewusstseinserweiternder Abend par excellence aus Ragtime-Raga, Alien Folkways, Drone & Blues präsentiert hairentertainment.com: Steel-Strings-Fingerpicking-Giant Jack Rose wird am 21. Januar 2007 live in der Zentralen Randlage aufspielen. Zum Hauptmenü werden belgische lo-fi Alien-Folkways von Ignatz gereicht, der sonst auch zusammen mit Paul Labreque von Sunburned Hand Of The Man musiziert, plus eine gute Portion gespenstisch Krautrock-Droning (whoo-huh!) von den ebenfalls belgischen post-satanic-funeral Folkers, genannt Silvester Anfang.

Scheinbar seit Jahr und Tag veröffentlicht Jack Rose hierzulande fast unbemerkt brilliante Alben wie Raag Manifestos auf amerikanischen Mini-Labels wie Eclipse oder Vhfrecords, zuletzt 2006 das fantastische Kensington Blues bei Beautiful Happiness. Sein Takoma-Style bezieht sich wie bei John Fahey stark auf traditionellen Folk & Blues, aber um Lichtjahre kombiniert und erweitert durch Instrumente wie Tanbura und Slide, getuned mit Elementen aus Raga & Drone. Jack Rose war und ist Gitarrist bei Pelt und spielte u.a. zusammen mit Mike Gangloff und Glenn Jones.

jack rose (pic by HE)jack rose (pic by HE)Sein Ragtime, Country- und Pre-War Gospelreferenz verläuft von Bluegrass zu Jazz über alt-irische traditionals, aufgenommen aus verstaubten, in 78rpm rotierenden Schellack-Scheiben der 20er Jahre. Dabei ist Rose´ Haltung eher Punkrock als hippiesk Folk. Auf dem inzwischen vierten Album »Kensington Blues« zupft und rutscht er diese glasklaren, bombastisch anmutenden Ragas auf Stahlseiten aus Slide- und 12-String Guitar und geht wie zuletzt 2006 zusammen mit dem Ausnahme-Drummer Chris Corsano auf UK-Tour. Corsano selbst beschränkt sich dabei keineswegs auf das reine Trommeln an sich, er erarbeitet fremdartige Klänge mittels Mundstück aus dem Saxophon und bearbeitet damit die Stahlkessel seiner Drums: helle Pfeiftöne flirren im Raum, wie das Quietschen eines anfahrenden Güterzugs der Northern-Pacific Railroad, die auf Tour durch den mittleren Westen der USA auf uralten, rostigen und verdellerten Schienenwegen entlang tuckert. Damals hatten Musiker wie Roy Palmer, Blind Blake, Sidney Bechet, Sylvester Weaver, Johnny Dodds und Louis Armstrong gerade den Ragtime etwas salonfähig gemacht.


Jack Rose neuestes Album »Kensington Blues« entstand im Frühjahr 2005 in Frederickburg/Virginia in nur drei Sessions, wie bei seinem Vorgänger »Opium Musick« hatte Rose auch dieses Mal eine einzelne Coverversion gewählt: Der »Sunflower River Blues« entstammt im Original aus der Feder von John Fahey, dem Begründer des Revenant-Labels und ein wenig bekannt als leidenschaftlicher Sammler uralter Schellack-Scheiben, vor allem aber durch seine exzellente Sammlung an frühen Aufnahmen von Blues, Ragtime, Gospel, Folk und Roots-Music. Auf der Compilation-Serie »American Primitive: Raw Pre-War Gospel (1926 – 36) Vol. I und Vol. II« veröffentlichte John Fahey einige der bemerkenswertesten Stücke aus dieser Epoche: Blind Willie Davis ist dabei, Delta-Blues Legende Charley Patton natürlich, Steel-Guitar-Virtuose Crumpton-Summers, aber auch Crossover-Talente wie Jaybird Coleman oder Merle Taggart.

Jack Rose lebt im Altstadtbezirk von Philadelphia/PA. Ab und an jedenfalls, wenn nicht gerade wieder eine Tour ansteht. Nicht weit davon entfernt, gleich ein, zwei Häuser nebenan wohnen und arbeiten die Mitglieder der New-Weird-Folkies Espers um Greg Weeks, die erst im letzten Dezember zusammen mit Philadelphias Dronerockkollektiv Bardo Pond den Festsaal Kreuzberg bezauberten.

kraaien op het veldkraaien op het veld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ignatz II ist auf Kraak Records erschienen.

Silvester Anfang "Satanische Vrede" ist auf Kraak Records erschienen.

Jack Rose: "Kensington Blues" ist auf Beautiful Happiness (Alive) erschienen.

"Raag Manifestos" und "Two Originals" sind re-released auf Vhfrecords.com.