marhaug/asheim Okay, was haben wir hier: Kirchenorgel, Noise Generatoren, wummernde Theatralik, statisches Flirren & Rauschen, Drones, Melancholie & grünes Drachenblut. Die Partner, die der Norweger Lasse Marhaug für seine Projekte wählt, liefern immer den besonderen Touch. Im Duo mit John Hegre oder Maja Ratkje entstanden wunderbare Alben, mit seinem Death-Noise Bandprojekt Jazkamer (Metal Music Machine) konnte Marhaug im vergangenen Februar im Berliner Club Maria für die Transmediale trumpfen. Für das nun vorliegende Album Grand Mutation sitzt der ebenfalls aus Norwegen stammende Komponist Nils Henrik Asheim im gemeinsamen Boot, denn der ist Spezialist für das Grand Organ, die große Kirchenorgel, die man in einer Osloer Kirche fand, um eine Live-Session einzuspielen. Währen Asheim die Orgeltasten behutsam bearbeitet, sich zurückhält im Arpeggio, unterlegt Marhaug via Oszillatoren ein elektronisches Knarzen und Fiepsen, das die gespenstische Atmosphäre der fünf Tracks lüftet, verbindet und aber vor allem verstärkt. Zuletzt war Marhaug mit den Kapuzenträgern und Fake-Satanisten SunnO))) auf UK-Tour, und wahrlich, Grand Mutation hört sich an, als wäre Aktionist Hermann Nitsch mit den Jungs von SunnO))) auf PCP-Trip in einem tibetanischen Kloster gelandet, um sich treiben zu lassen in dieser spukhaft theatralischen (Alptraum-)Klangwelt, die so immens verfremdet wirken kann und sich doch sehr neutral, vertraut und natürlich anfühlt. Würde sich hervorragend machen als Soundtrack für einen der nächsten Lars Von Trier Filme, mit dem Titel - Mindset Happenings (Oh, What Time Now Is Hell?) :: Marhaug/Asheim: Grand Mutation – Touch/Cargo.
Marhaug/Asheim: Grand Mutation
| pe 27 Jun 07 |



