The Monks - The Transatlantic Feedback

Mit der chronologisch sehr gut erzählten Dokumentation The Transatlantic Feedback holen Lucia Palacios und Dietmar Post nach, was lange überfällig war: Die Geschichte der frühsechziger Trash-Beat Band The Monks, die es in ihrer aktiven Zeit auf nur ein einziges, aber im retrospektiven Impakt gewaltiges und fulminantes Album brachten, wird hier chronologisch und im Zusammenhang mit den sozial-politischen Ereignissen der Sixties aufgerollt. The Monks waren 5 GI´s, die als Nicht-Musiker ab 1961 in der Coleman-Kaserne bei Hanau nahe Frankfurt a.M. auf die Idee kamen, künftig ihre Freizeit als Beat-Band zu gestalten.

Ihre ersten Gigs in Bier- und Tanzkaschemmen der Umgebung Zur Kaiserpfalz oder später im etwas professionelleren Club The Maxim führten nicht selten zu Prügeleien um das Deutsch-Mädel, wie in Transatlantic Feedback erzählt und mit vielen körnigen Schwarzweissfotos aus dieser Zeit belegt: "Wir bekamen 40 Deutschmarks jeder, was nicht schlecht war für diese Zeit. Wir hatten eine Menge Spass und jede Menge Bier umsonst. Es war zu dieser Zeit als GI nicht einfach, mit der deutschen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, dies war aber ein Weg, um vor allem die Mädels kennen zu lernen."

Als der Nebenjob als Monk ein ernsthaftes Engagement fordert, machte sich Unmut und Unsicherheit innerhalb der Band breit. Denn zu ihrer Zeit waren die Monks nicht mehr als eine weitere, sperrige und verrückte amerikanische Barackenbeatcombo, die mit ultra-repetitivem Beat, dem rap-artigem Gesangstil plus Verweigerung gefälliger Harmoniebögen praktisch überall anecken mussten.

Hans Joachim Irmler von Faust spricht in Transatlantic Feedback von einem schockartigen Erlebnis der Autentizität, als er als 14-Jähriger in Hamburg zum ersten Mal die Monks live erlebt.

Wärend die Beatles I Wanna Hold Your Hand oder Love You Too sangen, war die Message der Monks widersprüchlich aber klar, sie waren ihrer Zeit weit voraus. Den Song I Hate You (..but call me) hat Mark E Smith von The Fall nach der Trennung von seiner damaligen Ehefrau Brix Smith als Black Monk Theme I aufgegriffen und psychedelisch meisterhaft umgesetzt - wie geschaffen für sein Abrechnungsalbum Extricate.

Aber die Monks haben es 1966 nicht bei dem Thema Liebelei belassen. Die nachfolgenden Lyrics in der heissen Phase des Vietnam Krieges zu bringen, war für jeden Hörer eine Provokation, oft genug ergab sich für die Band selbst, als Amerikaner und GI´s, eine brenzlige Situation mit den eigenen Leuten im Publikum:

We don´t like the army

what army, you say?

who cares what army?

why do you kill all those kids over there in Vietnam?

my brother died in Vietnam

James Bond, who was he?

stop it, stop it, I don´t like it

pussy galore is coming down, and we like it

we don´t like the atomic bomb

stop it, stop it, I don´t like it

you´re a Monk, I´m a Monk, we´re all Monks.

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Am 23. 10. 2006, gastieren die reformierten Monks mit Gästen live in der Volksbühne. Auch die Dokumentation The Transatlantic Feedback wird vorgestellt.

Des weiteren erscheint die Doppel-CD Silver Monk Time mit Monks-Coverversionen von Fehlfarben, Silver Apples, Mouse On Mars, S.Y.P.H, Faust, The Fall u.v.m.

 

 

monks monks beim friseur

 

 

 

 

 

 

 

 

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